Beobachtungen aus Mandaten, Einordnungen zu Gesetzesänderungen, gelegentlich Widerspruch. Längere Texte, keine Statusmeldungen.
Wer sich zum Retter macht, macht sich zum Helden – und nimmt dem Unternehmer die eigene Geschichte weg. Ich will lieber der sein, der früh genug etwas sagt.
Jeden Herbst dieselbe Schlagzeile. Das Problem ist nie die Zahl der Insolvenzen – es ist, dass sie fast immer zu spät kommt, für den Einzelnen wie für die Statistik.
Der Schätzungsbescheid fühlt sich an wie eine Verurteilung. Er ist die letzte Erinnerung des Finanzamts, bevor es ernst wird – wer ihn richtig liest, gewinnt Zeit.
Sozialabgaben stehen vor jeder anderen Zahlung – vor Lieferanten, vor Miete, vor dem eigenen Gehalt. Wer das verschiebt, verschiebt sich selbst in die Strafbarkeit.
Umsatz lässt sich erklären, Gewinn lässt sich gestalten. Was ein Betrieb tatsächlich an seiner Leistung verdient, steht in einer Zeile, die die wenigsten anschauen — und sie fällt, lange bevor irgendetwas anderes auffällt.
Seit 2021 gibt es einen Weg, ein Unternehmen ohne Insolvenzverfahren zu restrukturieren. Etwa 200 Verfahren gab es bisher — bei rund 20.000 Unternehmensinsolvenzen im Jahr. Nicht, weil er selten passt.
Der teuerste Satz im deutschen Mittelstand. Ein Jahresabschluss kommt neun bis vierzehn Monate nach dem Stichtag. Wer auf ihn wartet, entscheidet über ein Jahr, das längst vorbei ist.
Kein Kreditgespräch scheitert an einer Zahl. Es scheitert daran, dass der Unternehmer seine eigenen Zahlen nicht erklären kann. Was in der Mappe liegen muss, bevor man hineingeht.
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